Abschied von den Schwalben

Der Rückzug der Schwalben in ihre Winterheimat in Afrika steht kurz bevor. Nun sammeln sie sich auf Freileitungen und - wenn noch vorhanden - auf alten Fernsehantennen. Mit dem Rückflug läuten die Schwalben als Zugvögel den Herbst und damit die vorletzte Zeit des

Jahres ein. Die Mehl- und Rauchschwalbe ist eine zu den Sperlingsvögeln zählende Schwalbenart, die in ganz Europa vertreten ist, ausgenommen im äußersten Norden.

Mehl- und Rauchschwalben benötigen in ihrem Brutgebiet Gewässer, um geeignetes Material für den Nestbau zu finden.

Beide Schwalbenarten sind Zug- und Singvögel, die ab Ende August in Richtung Afrika aufbrechen, um dort den Winter zu verbringen. Je nach Verbreitungsgebiet kehren sie im

April bzw. Mai in ihr Sommerquartier zurück, um dort zu brüten. Die meisten Schwalben bleiben ihrem Geburtsort ein Leben lang treu.

Die Mehlschwalbe besitzt ein auf der Bauchseite und am Bürzel rein weißes Federkleid.

Kopf- und Rückenseite sind blauschwarz gefärbt, die Flügel erscheinen in einem dunklen Braun. Von der Rauchschwalbe kann die Mehlschwalbe durch den tief gekerbten Schwanz ohne lange Spieße unterschieden werden.

Die Mehlschwalbe baut ihr Nest aus Lehm bevorzugt an Hausfassaden direkt unter dem Dachvorsprung, wo sie in Kolonien brütet.

Die Rauchschwalbe hat man früher in jedem Dorf angetroffen. Das ist heute nicht mehr so, denn die Bauernhöfe hat man aus den Dörfern verlegt und so gleichzeitig die Brutplätze der Rauchschwalben vernichtet. Unsere Rauchschwalben brauchen offene Kulturlandschaft mit Bauernhöfen und deren Stallungen, da die Rauchschwalbe ihre Nester in und an den landwirtschaftlichen Gebäuden anbringt.

Die Rauchschwalbe baut ihr Nest aus lehmhaltiger Erde, die sie mit Speichel zusammenklebt.

Zwischen den einzelnen Erdklumpen werden Stroh und andere Halme eingebunden. Von innen wird das Nest mit Grashalmen und Federn ausgepolstert. Das Nest ist oben offen, ganz im Gegensatz zur Mehlschwalbe, deren Nest nur ein kleines Einflugloch hat. Beide Schwalbenarten haben in der Regel zwei Gelege pro Saison. Aus zwei bis fünf Eiern pro Gelege schlüpfen nach sechzehn Tagen die Jungvögel, die etwa drei Wochen im Nest mit

Nahrung versorgt werden.

Mehlschwalben erbeuten ihre Nahrung ausschließlich im Flug. Die Rauchschwalbe nimmt auch auf Gräsern und Büschen Blattläuse und andere Insekten zu sich. Zu ihren wichtigsten Nahrungsquellen zählen Schmetterlinge, Mücken, Fliegen und Eintagsfliegen.

 

Die natürlichen Feinde der Schwalben sind der Sperber und der Baumfalke. Der größte Feind ist jedoch der Mensch.

Schwalben sind als Kulturfolger in vielen Gebieten von der Toleranz des Menschen abhängig.

Viele Nester haben heute keine Chance und werden schon beim Bau zerstört, da brütende Schwalben die Hausfassaden verschmutzen. Vogelschützer gehen deshalb hin und stellen sogenannte Schwalbentürme auf, die aber schlecht angenommen werden.

Auch wir als NABU-Kreisverband Rhein-Erft machen alles Erdenkliche, um unseren Schwalben Brutplätze zur Verfügung zu stellen, indem wir an den NABU eigenen Artenschutztürmen Schwalbennester montieren und hoffen, dass diese im nächsten Jahr angenommen werden.

Wir freuen uns auf das Wiedersehen.

 

Text u. Foto: Leonhard Binek